Aktion Stolpersteine - Arbeitskreis gegen Rechts

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Am 29. Dezember 2019 verlegte Demnig in Memmingen den 75.000sten Stolperstein.

Stolpersteine wurden in Deutschland wie auch in 26 weiteren europäischen Ländern verlegt. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Die Marke Stolpersteine ist von Demnig seit 2006 beim Deutschen Patent- und Markenamt und seit 2013 auf europäischer Ebene geschützt. (Quelle: Wikipedia)

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern hält er die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben:

 

"HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch."

 

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Veranstaltungen "Gegen das Vergessen | Erinnerung an die Reichspogromnacht"

SÜDLOHN. „Die Erinnerung an die Reichspogromnacht ist nicht nur Geschichte. Sie ist Mahnung.

Und sie ist – mit allem Schmerz – ein Anfang. Ein Anfang, aus dem Hoffnung wachsen kann.“ Mutige und wegweisende Worte, die Bürgermeister Markus Lask anlässlich des diesjährigen Gedenkens an die Reichsprogromnacht vom November 1938 gesprochen hat. Die Menschen werden derzeit überschüttet mit schlimmen, schlechten und deprimierenden Nachrichten. Und die Worte des Bürgermeisters entsprachen ganz der Absicht der Planer der Veranstaltung am Sonntagabend auf dem Platz der Synagoge: Den Menschen bei aller Betroffenheit ein wenig Mut zu machen, „Mut, negatives nicht auszublenden, sondern hinzuschauen, nicht zu schweigen, zu sagen: Nie wieder ist jetzt!“, wie es Markus Lask den fast 100 Besuchern auf dem Platz der Synagoge eindringlich nahebrachte.

Es war auch in diesem Jahr wieder ein ganz besonderes Gedenken – das inzwischen längst auch Besucher aus der Region nach Südlohn kommen lässt. Die überlebensgroß projizierten Fotos der von den Nationalsozialisten verschleppten und ermordeten jüdischen Südlohner Mitbürger und der Besuch ihrer Stolpersteine und des jüdischen Friedhofs waren auch dieses Mal wieder der Rote Faden, ebenso wie das einfühlsame Klarinettenspiel von Richard Pillich aus Borken.

Dass Barbara Seidensticker die Besucher dann aufforderte, den Song „Imagine“ von John Lennon mitzusingen, kam sicher überraschend, passte aber gut zum Motto des Gedenkabends: Hoffnung zu machen“. „Die Botschaft des Liedes ist: Wenn die Welt besser werden soll, muss sie sich zunächst in den Köpfen der Menschen verändern“, erläuterte Barbara Seidensticker-Beining den Zuhörern.

Die Tatsache, dass die allermeisten von ihnen mitgesungen haben, beweist, dass diese Botschaft angekommen war. geo